Freiwind Denise


Vor fünf Jahren arbeitete ich neben meiner Anstellung als Krankenschwester für meine Psychohygiene 2-3 Halbtage in der Woche beim Velokurier (www.velokurierluzern.ch/).
Da ich, wie mir gesagt wurde, „nicht normal“ velo fuhr, sondern durch die Stadt flitzte, kam mir die Idee. Die Arbeit als Velokurierin war für mich auf verschiedenen Ebenen eine grosse Herausforderung. Mit dem Verdienst ersparte ich mir mein neues Velo, das meiner Vorstellung von einer Überlandreise nach Indien gerecht werden musste. Ich suchte mir meinen „Cadillac“ selber aus und setzte die Einzelteile während einer Ferienwoche im Velociped in Kriens unter fachkundiger Hilfe zusammen. Im Sommer 1998 machte ich meine erste Veloreise alleine durch die Schweiz. Der Aufwand hatte sich gelohnt. Es war sofort klar, „das“ ist mein Rad!
Im gleichen Sommer entschloss ich mich für die Ausbildung als Sozialarbeiterin. Die Reise nach Indien rückte in die fern. Zum Trost reisten Urs und ich im Winter 1999 während zwei Monaten in den Anden Südamerikas. Die Reise führte von La Paz in Bolivien bis Santiago in Chile. Um die Distanz zeitgerecht zurückzulegen, waren wir auf Teilstrecken auf den Bus angewiesen. Den Test, gemeinsam in extremen Situationen unterwegs zu sein, haben Urs und ich meiner Ansicht nach, auf dieser Reise bestanden.
Im Januar 2001 hatte ich eine Motivationskrise. Die Ausbildung und die Tätigkeit als Projektleiterin einer mobilen Anlaufstelle für sich prostituierende Drogenkonsumentinnen brachten mich an meine Grenzen. Ich entschloss mich als Anreiz für die noch bevorstehende Zeit bis zum Ausbildungsabschluss, die Reise nach Indien konkret ins Auge zu fassen.
Als ich Urs meine Idee mitteilte und ihn fragte ob er auch dabei sei, sagte er ganz selbstverständlich „ja, klar“!
Jetzt ist es soweit. Also, es kann los gehen!