25.12.03
Malta
fruehstueck gibt es um 8.30 teilte uns die wirtin mit. nicht um 8.00 und auch nicht um 9.00, an weihnachten essen alle zusammen, wie sich das fuer eine familie gehoert. es gibt schinken, schinkenrollen, brot mit butter und konfituere, orangensaft, tee und kaffee. die plaetze werden selbstverstaendlich zugewiesen. darauf fahren wir mit einem uralten, wie unsere postautos bemalten bus, nach vittoriosa. dies ist zwar luftlinie nur wenige hundert meter entfernt, da aber das meer weite buchten ins land gefressen hat, gibt es doch einige kilometer. in vittoriosa hat es wie in valetta eigentlich fast nur schoene alte gebaeude aus stein, mit entweder kleinen, schmideisernen balkons oder mehrheitlich mit lackierten holzerkern. in einem cafe an der sonne auf dem dorfplatz nehmen wir ein cafe und treffen einen einheimischen fischer, er schenkt denise einen furchtbaren schluesselanhaenger. da an weihnachten fast alles geschlossen ist, spazieren wir dem hafen entlang richtung valletta. bis 15:00 fahren eh keine busse, wurde uns gesagt. nach einer halben stunde sind wir bloss 200 meter weiter, so schmal und lang sind die einzelnen landzungen, die wir der ganzen laenge folgen. trotz der schoenen stimmung und gebaeuden werden wir allmaelich muede und wollen auf den bus, es ist nur kurz vor drei. um viertel vor vier hat dann ein bus erbarmen und nimmt uns auf eine laengere quartiertour mit, die aber schliesslich doch in valetta endet.

26.12.03
Malta
heute wollen wir die insel per velo erkunden. unser erstes ziel ist der praehistorische tempel hagar qim. die schnellstrasse fuehrt uns aus valletta, wir bleiben aber fortwaehrend in stark besiedelter gegend. bei jeder verzweigung oder kreisel stehen neue ortschaften und wir muessen uns frisch orientieren. wir landen bei den "blue grotto" einer bucht am meer. die grottos koennen nur per boot besichtigt werden und sind beliebt zum tauchen. es ist uns viel zu kalt. nach etlichen umwegen erreichen wir die tempelanlage. wir sehen einige aufgetuermte, angeordnete steine und einen schoenen ausblick in die weite. ueber loecherpisten geht die fahrt weiter nach mdina. mdina war ueber die jahrhunderte die hauptstadt maltas. sie ist eigentlich eine richtige festung und beliebtestes ziel von touristen. kleine enge gassen, verwinkelte haeuser, riesige wehrmauern, palaeste, die cathedrale st. peter und paul, der ausblick ueber die insel und kaffe und kuchen bei klassischer musik, lassen den besuch zu einem erlebnis werden. es wird immer kaelter und dunkler. auf der heimfahrt werden wir im wirrwarr der strassen nach valletta immer wieder auf die gleiche strasse gefuehrt. durch eine richtungsaenderung finden wir doch noch ins guesthouse zurueck.


27.12.03
Malta
auch heute fahren wir mit dem velo los, richtung st paul's bay. wir lassen uns nicht mehr durch die fehlenden wegweiser irritieren sondern folgen der himmelsrichtung, was sich gut bewaehrt. es ist recht windig und kalt. es gibt kaum badestraende und keine touristischen anlagen, die uns zum verweilen einladen. alles sieht ausserhalb der saison gespenstisch aus. was die touristen in der saison machen ist ein raetsel. nach dem bay fahren wir weiter durchs landesinnere nach naxxar. dort essen wir auf dem wunderschoenen dorfplatz vor einer eindrucksvollen kirche unser eingekauftes. es ist herrlich, wieder gutes brot, frischer kaese, avocados, tomaten und parmesan, davon haben wir lange genug getraeumt. in der letzten bay vor valletta, ta' xbiex, gibt es vor der franzoesischen, der italienischen und australischen botschaft direkt am wasser noch ein cafe. unglaublich wieviele motor und segeljachten dort vor anker liegen. in der untergehenden sonne wird das schaltklabel an denises velo ausgewechselt und unsere velos fuer die weitere reise durch regen und schnee nochmal so richtig eingeoelt.


28.12.03
Malta
heute steigen wir auf den bus um. das busnetz von malta ist hervorragend, leider wird es von den einheimischen nur wenig genutzt, denn oft sehen wir nur einen fahrgast. die malteser kurven alle mit dem auto durch die kleine insel. wir fahren auf die westseite nach mellieha auf ca. 200 muem und wandern in richtung meer. man erkennt bereits die nachbarinsel gozo, mit charakteristisch steil abfallenden felsen. auch heute will die sonne nicht richtig scheinen. wir wandern beim "popeye village", einem filmdrehort mit huebschen holzhauschen vorbei, durch karge landschaft ins landesinnere. seit wir auf der insel sind suchen wir nach reben und werden nicht fuendig. wir koennen es bald nicht mehr glauben, dass der wein aus malta aus einheimischen trauben hergestellt wird. die taeler sind sehr fruchtbar, vor allem wird aber gemuese angebaut. an einer bushaltstelle fahren die busse ohne anzuhalten vorbei. wir werden von einheimischen im pick-up zur golden bay gefahren. einige mutige ueben sich im kite-surfen. der strand ist ein treffpunkt fuer malteser, sehen und gesehen werden. die jungen maedchen sind gertenschlank und nach der letzten mode gekleidet (mini, mini, mini und stoeckelschuhe) und die jungen eltern und kinder sind breiter als hoch. nach pakistan und indien fuer uns schon fast ein kleiner schock. am abend nehme ich nochmals die weihnachtsbeleuchtung so richtig wahr. in allen farben und sujets leuchtet es in den gassen, an den vielen kirchen und heiligen statuen. es blinkt und flackert, was das zeug haelt.

29.12.03
Malta
die letzte nacht verbrachten wir zu viert mit steffi und andi im zimmer. nach langem schieben der anderen gaeste, mussten wir gestern nicht ausziehen. unsere hausmutter ist ein engel. gegen mittag haben wir die karten fuer die faehre von malta nach catania in sizilien in der hand. heute abend um 19.00 ist die abfahrt und wir sollten nach ca. 12 stunden in italien einfahren. zum ersten mal erleben wir alltagsbetrieb in valletta. alle geschaefte sind geoeffnet, die gassen sind gedraengt voll von menschen und die weihnachtsmusik toent immer noch aus den lautsprechern.

29.12.03
Ergänzung
bei strömendem regen gehen wir zu fuss zum hafen. wir werden bereits ungeduldig erwartet, obwohl wir immer noch mehr als eine stunde vor der abfahrt der fähre eintreffen. schon bald ist klar weshalb, wir sind die einzigen fahrgäste und das zollbüro will feierabend machen. wir richten uns im nichtraucherraum ein und beobachten die hafenausfahrt bei hohem wellengang. mit feinsten aperohäppchen und einer guten flasche maltesischem wein feiern wir den letzten tag des 40. lebensjahres von urs. die fähre schaukelt so stark, dass die gläser nicht mehr sicher sind. wir legen unsere liegematten aus und schlafen wunderbar.

30.12.03
Catania - Taormina
morgens empfängt uns Sizilien mit einer wunderbaren aussicht auf den frisch verschneiten etna vor strahlend blauem himmel. bis wir vom schiff dürfen dauert es aber noch über eine stunde, zollformalitäten für ein leeres schiff, oder weiss nicht was. noch im hafen nehmen wir unser erstes, echt italienisches cafe mit wunderbaren gefuellten gipfel. andi und steffi wollen gemäss zugverbindungen entscheiden, ob sie wie wir nach taormina oder direkt nach rom fahren werden.
also verabschieden wir uns mal. es ist wunderschön auf sizilien, bäume uebervoll mit reifen mandarinen, orangen und zitronen, blühende sträucher, küstenlandschaft in sonne. taormina liegt gut 200 meter über dem meer. schon zu beginn der steigung knirscht mein hinterrad und bald darauf habe ich rückwaerts und vorwärts freilauf. zum überfluss beginnt es aus den aufgezogenen wolken auch langsam zu regnen an. dass wir das ausgesuchte hotel nicht finden bringt mich auch nicht gerade in bessere geburtstagsstimmung. schliesslich finden wir unterkunft in einer jugendherberge und essen bei "mama rosa" eine pizza mit gutem wein, was den abend rettet.

31.12.03
Taormina
da das velo von urs nicht mehr fahrtüchtig ist, können wir nicht wie vorgesehen weiterfahren. in giardini-naxos soll es einen fahrradmechaniker geben. wir fahren also wieder den hang hinunter. ein strassenwischer weist uns zum geschäft.
der besitzer muss noch einige besorgungen machen und macht nach 3/4 stunden auf. mit viel gefühl und freude an der arbeit wird versucht noch zu retten was es zu retten gibt, aber ohne erfolg, die inder haben wenigstens diesbezueglich ganze arbeit geleistet. urs erhaelt ein neues billiges hinterrad mit kranz.
zurück im ort bewundern wir bei sonnigem aber windigem wetter taormina.
der ort ist ein wahres schmuckstück. seit ich vor 20 jahren das erste mal hier war, hat sich viel verändert. viele der alten häuser im romantischen dorfkern sind mit liebe renoviert worden und alles wirkt sauber und stilvoll.
die geschäfte sind teuer und die gäste sind deutlich nur aus der oberklasse.
taormina ist mehr denn je eine reise wert. wir hören von den einheimischen, dass es morgen schneien soll. dies veranlasst mich auf dem markt wasserdichte handschuhe zu kaufen. am nachmittag steigen wir zur burg auf, die über dem ort tront. es hat eine prachtaussicht auf das meer, das festland von italien und den etna. in der jugi kochen wir uns ein feines znacht und essen bei kerzenlicht. wir sind ganz für uns. während urs anschliessend liest, schlafe ich vor dem fernseher ein. vor mitternacht liegen wir im bett und hoeren beim jahreswechsel das obligate geballer der racketen, das uns aber nicht weiter stört.