1.2.04
Locarno - Domodossola
gestern besuchte ich noch mit sharon, der tochter von silvia, den zoo in magliaso. ich geniesse noch die gastfreundschaft bei silvia und verabschiede mich am morgen. anschliessend kriege ich von gianni zum abschied einen hausgemachten limoncino, denise erhielt am vortag bereits einen hausgemachten grappa. am lago maggiore finde ich im gegenwind in einer berner radsportgruppe unterschlupf. schön, berndeutsch zu hören. in locarno treffe ich denise bei rosa, nach kaffee und computer einrichten, fahren wir am mittag wieder zu zweit weiter. die sonne scheint, die vögel pfeifen und die landschaft durchs centovalli ist vertraut schön. nur bergab nach domodossola unterkühlt es uns noch einmal so richtig. die schon seit reisebeginn von denise erträumte antica trattoria piemonte "da sciolla" mit zimmern in domodossola ist vorerst geschlossen. wir müssen in einer bar noch über eine stunde warten, bis wir im liebevoll eingerichteten zimmerchen unter die decke können.

2.2.04
Domodossola - Bratsch
gemeinsam starten wir die letzten kilometer unserer reise im ausland. es ist bissig kalt und die sonne erreicht nur selten die strasse. nach der gestrigen abfahrt war für mich klar, dass ich in iselle den zug bis nach brig nehmen werde. urs begleitet mich bis zum bahnhof und fährt weiter über den simplonpass. strahlende sonne erwartet mich nach dem tunell in brig und ich spüre tränen in den augen. es ergreift mich ein intensives heimatgefühl und eine grosse innere erleichterung tritt ein. das walliserdütsch ist so vertraut und ich bin meinen freundInnen aus diesem landesteil sehr nahe. nach einem ortsbummel und dem lesen des walliser boten im caffe trifft schon bald urs ein. er erzählt begeistert von der fahrt über den simplonpass mit sehr wenig verkehr und bei guten strassenverhältnissen. seine ganze winterbekleidung kam bei der abfahrt zum einsatz. die folgenden knapp 30 km fahren wir im schnelltempo bis nach getwing, wo wir vom vater von urs abgeholt werden. mit dem auto fahren wir nach Bratsch zum lauschigen häuschen der familie, das früher ein heuschober war. es erwarten uns selbstgemachte baumnussguezli und orangenplätzchen, die normalerweise speziell für urs an weihnachten von seiner mutter gebacken werden.

3.2.04
Bratsch
ich fühle mich in dieser uralt vertrauten umgebung richtig heimisch. wir geniessen das nichtstun, wir werden von meinem vater liebevoll bewirtet. die sonne scheint so warm, dass ein nachmittagsschlaf an der sonne möglich ist. es ist so schön, dass ich mir überlege noch laenger hier zu bleiben. die vom wetterbericht angekündigte kaltfront am samstag lässt uns aber kaum eine andere wahl, als morgen wieder zu starten.

4.2.04
Bratsch - Vevey
bei eisiger morgenkälte besteigen wir wieder das velo. immer wieder verlieren wir den veloweg, oder er ist infolge baumschnitt gesperrt. ein langer mittagsrast in der warmen sonne wird möglich. das bergpanorama ist so überzeugend schön und klar, dass wir wie touristen fotografieren. da die jugi vor montreux bis mitte februar geschlossen ist, fahren wir im roten abendlicht bis nach vevey weiter, wo wir im swiss backpackers hotel "riviera lodge" die letzten zwei betten beziehen.

5.2.04
Vevey - Freiburg
es gibt zum schluss noch eine richtige bummelfahrt unter allerbesten fahrradverhältnissen, und das anfangs februar in der schweiz! die schneedecke gegen chatel st. denis ist noch geschlossen, der himmel stahlblau und die sonne so kraeftig, dass wir vor freiburg nur im t-shirt auf der terasse eines restaurants verhangen. in freiburg treffen wir unsere ehemalige wohnpartnerin ursula in ihrer homöopatischen praxis. wir werden später in ihrer charmanten altstadtwohnung mit gutem wein bewirtet und können es uns gut gehen lassen, während sie auf die nachtwache geht.

6.2.04
Freiburg - Bern
wir bereiten den frühstückstisch vor. gegen neun treffen ursula und peter mit feinsten gipfeli und pain au chocolat ein. mit peter schliesst sich der kreis unserer reise, da er mit uns die ersten strecken im april vor einem jahr gefahren ist. er wird uns heute auf der letzten etappe wieder begleiten.
nach dem mittag fahren wir los. urs kann sich an den schneebergen nicht sattsehen und benennt jeden hügel freudig mit namen. nach einem stop im börsenhaus, wo wir bereits schon ausschau nach tourenskis und inlineskates halten, fahren wir in bern ein.

 
Ursula und Denise Peter und Urs

auf der münsterplattform, die sich mit viel betrieb wie im hochsommer präsentiert, stossen wir auf unseren reiseabschluss nach 14800 km an.

 
auf der Plaefe in Bern

da wir noch nicht in unser häuschen können, ziehen wir vorerst zu meinen eltern und ich besuche nur kurz unsere katzen und hole ein paar allernötigste sachen, wir leben weiterhin hauptsächlich aus unseren taschen.

 
wieder zu Hause.... ..bei den büsi