Urs
25.1.04

Firenze - Bologna
beim start ist der himmel zwar stark grau, die strasse aber immerhin trocken.
am sonntagmorgen kurve ich durch die verlassenen starssen um den duomo und bin bald auf der SS65. mitten aus florenz fuehrt diese alte hauptstrasse sofort die huegel hoch zu verschlafenen vororten auf den ersten pass. untersessen hat es zu schneien begonnen. je laenger je staerker und bald ist die strasse schneebedeckt. es gibt zwei verhaltensweisen der italiener mit dem auto, die einen montieren sofort schneeketten und fahren im schritttempo weiter, die andern fahren weiter als waere nichts. die einen landen in der bar und diskutieren ueber die andern, die ueberall im strassengraben landen. mir ist das auf den strassen auch zu gefaehrlich, ich gehe in eine bar und warte bis das schneeraeumungsfahrzeug durch ist und die strassen gesalzen sind. ueber die naechsten zwei paesse von je etwas ueber 900 muem war die schneeraeumung nicht ueberall gleich gut. da es aber nun praktisch keinen verkehr mehr hat, kann ich alleine ruhig weiterfahren. essen und trinken ist in der kaelte sehr unangenehm, das gefrorene wasser trinkt sich so schlecht.
in bologna bin ich trotzallem noch frueh genug, um mit dem fahrrad durch die stadt zu bummeln, bologna finde ich wunderschoen und es braucht keinen vergleich mit florenz oder anderen staedten zu scheuen. die jugendherberge etwas ausserhalb der stadt finde ich schliesslich auch noch kurz vor einbruch der nacht, sie ist gut eingerichtet und mit freundlichem, hilfsbereitem personal. bloss hat es weder kueche noch irgendeine mahlzeit, also gibt es vom pizzakurier zwei feine pizzas.

26.1.04
Bologna - Mantova
heute ist der tag der kaelte. bei -5 grad bin ich froh um alle so nach und nach eingekauften warmen kleider. die strecke ist alles in der ebene bei fast windstillen verhaeltnissen. zwar ohne sonne, aber doch immerhin trocken.
so habe ich alle zeit umwege zu fahren, um mantova noch besichtigen zu koennen.
es ist auf einer halbinsel gebaut und noch so nett. die jugi liegt gemaess meiner suche im internet auch wieder einige kilometer ausserhalb der stadt.  ich suche und friere und finde einfach nichts. schliesslich frage in einem B&B fuer einen platz. es ist zwar bereits belegt, aber ich kriege die auskunft, dass die jugi seit jahren geschlossen sei und ich am besten im zentrum eine unterkunft suche. so lande ich halt vis a vis des bahnhofs im abc in einem sympatischen einerkaemmerchen. in der ganzen altstadt finde ich nach einer stunde suche kein esswarengeschaeft, die italiener scheinen sich von schuhen und mode zu ernaehren.

27.1.04
Mantova - Bergamo
in der nacht hat es wieder wenig geschneit, auf den noch gesalzenen strassen ist der schnee geschmolzen, aber die strassen sind so richtig schmutzig und nass. der tag steht leider im zeichen des gegenwindes, ich brauche heute fuer dieselbe strecke fast die haelfte mehr zeit als gestern. dazu kommt im verlauf des vormittags immer mehr verkehr auf. vor allem die uebergrossen lastwagen sind auf den dafuer zu schmalen strassen immer eine gefahr. mir bleibt nichts uebrig als auf verwinkelten nebenstrassen meinen weg zu suchen.
aber endlich bin ich seit monaten wieder in den auslaeufern der alpen, auch ein schoenes gefuehl. eingangs bergamo hat es noch den decathlon, ein riesendiscount mit sportartikeln. mein wunsch nach neuen inline skates muss noch warten, hier wie auch in allen anderen grossen sportgeschaeft die ich besucht habe, gibt es nur so spielzeugmodelle. ich treffe zu spaet in der stadt ein um noch die altstadt auf dem huegel zu besichtigen. die empfohlene jugi ueberzeugt mich nicht, aber diesmal habe ich noch esswaren, um selbst ein kaltes abendessen zu nehmen.

28.1.04
Bergamo - Beride
endlich schoenes wetter! ich lasse mich animieren und nehme die umwege um noch lecco und como und ihre seen anzuschauen und um nach varese durch schoene huegel nach ponte tresa zu fahren. um 16:00 bin ich mal provisorisch zurueck in der schweiz. bald darauf gibt es dann in beride wiedersehen mit denise im haus von silvia.

Denise
25. - 28.1.04

Firenze - Beride
ich bin ganz glücklich, dass der zug inklusive velo pünktlich abfährt. vor mailand gibt es dann doch eine obligate panne und ich treffe mit ¾ stunden verspätung in lugano ein. pietro der mann von meiner freundin silvia wartet ganz durchfroren auf mich. im gemütlichen tessinerrestaurant wärmen wir uns bei einer guten flasche wein auf und feiern meine rückkehr in die schweiz mit einem grillhuhn. die welt ist in ordnung. den sonntag habe ich ganz für mich. silvia ist mit den kindern das wochenende beim skifahren und pietro arbeitet im neuen haus, in das sie ende februar einziehen werden. ich halte mich stundenlang im bad auf. am abend wiedersehen mit silvia und den kindern ivan und sharon und besuch bei jessica und familie. Ich fühle mich schon fast wie zu hause.
die folgenden tage sind geprägt vom alltagsleben im dorf. um 10 uhr kaffe bei der 85 jährigen nachbarin anna mit weiteren nachbarInnen, spaziergänge mit nachbars hund, haushalten und immer wieder in gesellschaft von lieben menschen fein essen. ich kann mich ganz langsam wieder an das leben in der schweiz gewöhnen. es wäre gelogen, wenn ich urs nicht ein bisschen vermissen würde.

29.1.04
Beride
heute wollen wir in die stadt nach lugano, um fuer denise ein neues natel zu kaufen. nachdem wir morgens lange gemuetlich am fruestueck blieben und prospekte studierten, war es schon bald klar, dass wir erst am nachmittag starten werden. die fahrt ins nahe ponte tresa mit dem postauto fuehrt ueber schmalste strassen durch alle noch so abgelegenen weiler. die kurven sind mehrmals so eng, dass das postauto nicht in einem zug durchkommt. die bahn bis lugano ist dieselbe wie unser vorortbaehnchen nach stettlen. in lugano verbringen wir eigentlich mehr zeit in schuhlaeden und sportabteilungen als in natel fachgeschaeften. die wahl des telefoninos hat sich rasch auf zwei modelle beschraenkt, ein schoenes kleines rotes wie das alte gibt es nicht mehr. denise waehlet schliesslich dasjenige mit radio statt pop3-email funktionalitaet, die aesthetik und gewoehnung hat sicher ebenso mitentschieden, wie das es auch gleich zwei ersatzcover in rottoenen zum aktionspreis von je einem franken gab. anschliessend betrachten wir beim bummel durch lugano noch die zahlreichen nerzmaentel, pelztragen scheint hier wieder salonfaehig und in der nobleren klasse fast obligatorisch zu sein. abends gibt es bei pizza mit familie tallarico und ierardi wiedersehen mit carmine.

30.1.04
Beride
ein ruhiger tag, nach dem 10 uhr kaffee bie anna zeigen wir noch einige moeglichkeiten am pc und kriegen hausgemachten grappa und lemoncino. nachmittags machen wir zusammen mit silvia einen spaziergang zu einem biobauernhof um, gleich noch ein paar sachen einzukaufen.

31.1.04
Beride - Locarno
es ist schon wieder samstag und ich bin bereits eine woche bei silvia. urs und ich trennen uns nochmals für einen tag. nach zehn uhr verabschiede ich mich von allen und fahre über luino wieder zurück in die schweiz. die zöllner an der grenze sind ganz erfreut über meine lange veloreise und ich werde mir wieder so richtig bewusst, wie lange wir schon unterwegs sind. es ist auf der schattenseite des sees bissig kalt, sodass ich die handschuhe anbehalte.
nach magadino wärmt mich die sonne endlich ein wenig auf und schon bald treffe ich bei rosa in minusio ein. wir machen einen ausflug nach ascona, wo wir uns uns für zwei stunden ins strassencaffe setzen und die sonnenstrahlen geniessen. . wir haben uns viel zu erzählen. am abend gibt es das erste fondu.