21.6.03
nach Gökcebey - Amasra
wir fahren erst 55 rasche km am frühen morgen noch ohne wind und erst wenig verkehr durch kleine täler. bartin gefällt uns sehr mit noch alten häuser, fussgängerzone und markt. nach bartin steigt die strasse über 300m, von der passhöhe haben wir einen herrlichen blick über die schwarzmeerküste. nach wenigen hundert meter fahrt steigen wir zu einer in den fels gehauenen alten römerstrasse hoch. zu sehen ist auch ein adler und ein legionär. vor der abfahrt unser mittag wie üblich: feines brot und tomaten mit fast ungeniessbarem käse (aus kuhmilch), den wir beim kauf schlecht vom feinen schafkäse untersheiden können, anschliessend siesta. heute dauert es ausgedehnte drei stunden. unten im ort ist um diese tageszeit (16:30) an einem samstag in der hochsaison alle hotels besetzt. amasra ist wunderschön gelegen und sehr touristisch. wobei zu sagen ist, dass mehr als 99% tükische touristen sind, so spricht kaum jemand eine andere sprache als türkisch. wir finden in einer privatunterkunft ein für uns passendes zimmer und verbringen den rest des tages am strand und auf dem felsen vor dem dorf, um den sonnenuntergang zu schauen.


22.6.03
Amasra
die saison hat trotz langer ankündigung für uns jetzt doch überraschend angefangen. wir sind plötzlich nicht mehr alleine. eigentlich freute ich mich auf das frühstücksbuffet des hotel sahil auf dem dach, von dem uns rudolf morche vorgeschwärmt hat. beim ersatz, romantisches frühstück auf den felsen, sind wir nur kurze zeit ungestört. da uns der ort so gut gefällt bleiben wir eine weitere nacht. in der mittagshitze verziehen wir uns ins internetcafé und lesen einmal in ruhe reiseberichte von weiteren reisefreudigen, die in eine ähnliche richtung unterwegs sind oder waren. zum glück ist es mit dem tempo der pc wieder lebbar. s fogt das sonntägliche strandleben und urs padelt zur abwechslung auf entdeckungsreise aus dem hafen. fischessen am hafen ist laut "lonly-planet" ein muss! einige der wenigen notizen zur küste, die ich mir in istanbul beim lesen gemacht habe. vor dem essen kaufen wir spontan eheringe. um der fragerei "seid ihr verheiratet" und "wo sind die ringe" auszuweichen greifen wir zu dieser notlösung. mit einem 2,5 gr. "goldbärreli" das ich von meinem vater in guten zeiten des goldes erhielt, sind die ringe schon fast bezahlt. bei der anschliessender feier mit fisch und dem vielgerühmten wein "villa dolucia" realisieren wir, dass wir beide die ringe rechts tragen. alles klar! ach dem essen suchten wir im dunkel des abends den ring von urs auf der strasse, da er dummerweise plötzlich am kleinen finger war und ich ihn trotz warnruf abstreifte. wer sucht, der findet.

Amasra Amasra


23.6.03
Amasra - Cide
nach dem aufstehen packen wir unsere sachen und suchen im dorf die ersten geöffneten läden und fahren die ersten 20 minuten zu einem schönen platz oberhalb des dorfs. erst jetzt gibts unser zmorge. einfach herrlich das frische türkische brot, wir essen natürlich zuviel. weiter geht es wie in den kommenden 50 km: über 3-4km 200-300 meter eine klippe hoch und gleich in die nächste bucht runter. in der bucht ist fast immer ein kleiner ort mit strand, ev 1 hotel und fischrestaurant sicher aber immer ein lebensmittelgeschäft und ein caysalon. jedes dörfchen ist anders aber sicher ein wunderbarer ferienort. das dunkelblaue wasser, die steilen bewaldeten und mit felsen durchsetzten klippen, blauer himmel und im meer funkelnde sonne, landschaftlich einfach wunderbar. es ist einmal mehr die schönste strecke der ganzen bisherigen reise. da macht es nichts, dass wir unter viel schweiss und grösster anstrengung nicht weiter als 10 km pro stunde kommen. nach den 50 km machen wir mittagsrast an einem hafen in einem dorf mit viel holzbootbauern. anschliessend gibt es noch zwei so richtig happige steigungen, dann wirds allmählich flacher bis cide. wir steuern direkt ein hotel am meer an und kriegen ein zimmer für 20 Fr mit sonnenuntergangsbalkon. nach einem bad im meer kaufen wir melone, frischen schafskäse, chips, brot und bier ein und geniessen den balkon. unter uns die promenade und ein loch in der strasse aus dem wasser dringt. also gibts vorläufig keine dusche, nichts mit kleider auswaschen, dafür haben wir einen bagger vor dem haus. aber nach diesem unglaublich schönen tag kann uns dies nichts anhaben.


24.6.03

Cide - Doganyurt
start in einen neuen tag mit berg und talfahrt. ein lkw-fahrer kann es schwer verstehen, dass wir sein angebot, die räder aufzuladen, nicht annehmen.

Bergauf

Bergab
wir hören viele warnungen vor dem kommenden weg. wir sind auf das schlimmste vorbreitet und sind am abend immer noch erfreut, dass wir an dieser küste sind. wir werden für den schweiss reich belohnt. es hat sehr wenig, gemässigten verkehr. wir werden mit lichthupe, winken (sehr angenehm) oder gehupe begrüsst. die strasse ist zwischen recht gut bis schotterpiste. bei den steigungen, sowohl bergauf als auch ab mit unserem tempo ertragbar. die landschaft ist grün wie im frühling, da es an der küste in der regel viel und oft regnet (z.z. seit märz nicht mehr), es bläst immer ein sanfter, erfrischender wind und das wasser des meers wechselt von türkis bis tiefblau.
m fischerhafen von doganyurt dürfen wir wild zelten und können die öffentliche toilette benützen.


25.6.03
Doganjurt - Abana
die ersten kilometer sind wie an den vortagen in bester manier auf und ab. des öfteren sehen wir heute alte häuser. die unteren zwei meter natursteinmauer und darauf meist zwei stockwerke aus holz und ein steindach. manchmal mit verzierten balken und holzlauben. auch die anderen häuser sind liebevoller gestaltet, verputzt und gestrichen. richtige traumsträndchen gibt es auch heute neu aber zum teil mit hotellchen und pensionen. allmälich werden die steigungen kürzer und es gibt vereinzelt sogar flachere abschnitte, so zwischen null bis hundert meter über meer, meist so 20-50 müm. so finden wir einen herrlichen mittagsplatz am meer.

Küste vor Abana
gerne gehen wir baden, da es deutlich heisser als die letzten paar tage ist. in abana fallen mehrere alte grosse holzhäuser und eine hölzerne moschee mit hölzernem minarett auf. wir mieten einen bungalow und haben alle zeit zu waschen, zu baden, uns zu erholen. einmal mehr sonnenuntergang im meer.


26.6.03
Abana - nach Ayancik
heute ist punkto strecke wenig neues zu erzählen. nach wie vor sind wir froh, dass wir die strasse fast für uns haben. im schnitt begegnen uns pro std. 10 fahrzeuge. seit ungarn werden wir immer wieder von hunden begrüsst und begleitet. ich denke dann oft an unsere tollwutimpfung und gebe mich cool. ich habe genau ausgerechnet, dass bei einem gewissen tempo und dem schutz der hinteren radtaschen die waden ziemlich geschützt sind. die fletschenden zähne sind aber immer wieder beindruckend. die müllhaldenhunde präsentieren zur zeit ihren nachwuchs. die jungtiere sehen oft sehr beelendend aus. wir bereiten uns auf eine nacht am strand vor und füllen unseren wassersack an einer öffentlichen wasserstelle. übrigens eine ganz tolle sache in diesem land. ca. alle 10 km gibt es quellwasser. wir schätzen anhand der standorte jeweils noch ab, ob wir es auch als trinkwasser verwenden. während dem auffüllen spricht uns ein mann an. nach 10 min. haben wir einen wunderschönen schlafplatz im garten mit eigener toilette. der gastgeber arbeitet seit über 30 jahren in deutschland und macht in seiner kl. villa (meeranstoss, swimming pool) ferien. bei kaffee, frischen kirschen und dut (süsse baumbeeren) erfahren wir wieder neues über unser gastland.


27.6.03
nach Ayancik - Sinop
morgens können wir beim verabschieden die villa noch innen besichtigen.
..die weiterfahrt geht recht zügig, da die berge nun etwas weiter zurück sind und die strasse über die weniger schroffen ausläufer führt. es gibt nun auch mehr ackerbau, die region ist dichter besiedelt, den vielen alten häuser nach schon seit langer zeit. einmal mehr geniessen wir die schönheit der natur, tiefblaues meer, dunkelgrüne wälder, leuchtende kornfelder. im flussdelta vor sinop wird reis angebaut und weiden wasserbüffel.kurz nach mittag, unmittelbar vor sinop fahren wir dem meer entlang wenige kilometer westwärts zum camping. wir werden als einzige gäste herzlich empfangen, überessen uns gleich und lassen den rest des tages gemütlich verstreichen.


28.6.03
Sinop
ruhetag mit stadtbesichtigung. wir werden beim warten auf den bus von einem türken der in östereich arbeitet mitgenommen. sinop hat noch reste einer stadtmauer, die bis vor 50 jahren in der nacht noch geschlossen war. die alten häuser wurden durch mehrstöckige blöcke ersetzt. die verbliebenen holzhäuser sind in schlechtem zustand oder am zerfallen. wir haben dadurch die möglichkeit ins innere der ruinen zu schauen und können uns vage vorstellen wie das leben war. wie immer besteigen wir den haushügel (zwecks möglichem startplatz für gleitschirmflieger). nach 10 min. klebt mir das t-shirt am leib und wir durchqueren eine mit disteln durchsetzte wiese. auf dem höchsten punkt trohnt ein riesiger gebäudekomplex. wir geraten in militärisches sperrgebiet und werden auf halber höhe von einem soldat freundlich aufgefordert, den rückweg wieder einzuschlagen. ende des ausfluges. es hat auffallend viel militärpräsenz in diesem land. zu fuss laufen wir in zwei std. mit badestop am strand entlang zum camping. es hat vereinzelt badende.

Strandleben Sinop

seit amasra scheint der saisonbeginn aber wieder fern.
entsetzt stellt urs fest, dass sein "ehering" verschwunden ist. genau eine woche war er in seinem besitz.
am abend werden wir wie bereits am vorabend von mücken gefressen und flüchten zum jassen ins zelt. die stirnlampe ist eine tolle erfindung.

29.6.03
Sinop
2. ruhetag. wir geniessen den morgen mit kleinkram. gegen mittag spazieren wir in eine ausflugsbucht, ca. 1 std. es ist sonntag und es herrscht türkisches grillen. wir beobachten lange das wasserleben der kleintiere (fische, insekten, krebse). als wir einen schattenplatz suchen ist das wäldchen vernebelt von den vielen kleingrillen und den caykocher. es riecht herrlich und ich träume von einem stück fleisch. wir breiten unsere decke am rande der türkischen "völlerei" auf. nach einer viertelstunde strecken uns zwei türkinnen ein herrliches pouletsandwich und ein sack frischer kirschen entgegen. ich bin zutiefst erfreut über ihre spontanität.
s nimmt, wieder zurück beim camping, sein obligates bad.
dass jassfieber hat uns gepackt und wir verschwinden früh im zelt.


30.6.03
Sinop - Yakakent die hügel sind zu beginn in die riesige bucht nach sinop herein und wieder heraus nicht zu hoch und zu steil, von tag zu tag rücken wir wieder besser vorwärts. dafür ist es fast windstill und entsprechend heiss. es folgt die steigung des tages ins landesinnere auf 400 müm. eine herrliche sicht übers meer und zurück auf den hügel von sinop, sowie in die bergigere landschaft belohnen uns. leider stinkt es diesen tag noch viel häufiger nach verwesung als sonst, die überfahrenen tiere am strassenrad oder abfälle? die letzten km sind flach, in yakakent finden wir ein fischrestaurant, welches infrastruktur und platz zum zelten zur verfügung stellt, für uns ist optimal gesorgt.