27.10.
McLeod Ganj
als ich erwache ist es draussen hell, dabei wollten wir doch so frueh aufstehen, um den dalai lama bei seiner visite im kinderdorf zu sehen! also nichts wie auf und ohne fruehstueck in der aufgehenden sonne los. denise ist sauer, dass ich zu fuss gehen will. ich traue aber der info eines touristenpaares nicht ganz, weder bezueglich der zeit, dass die feier um 7 uhr beginne, noch des weges, der zu weit sei um zu fuss zu gehen. schliesslich sind doch ganz viele leute unterwegs, von denen ich glaube, dass sie auch zur feier wollen. wir sind recht bald oben im dorf. der weg fuehrt direkt zu einer sportanlage, die geschmueckt ist und wo offensichtlich die feier stattfinden wird. es sind erst wenige leute dort. wir waehlen einen platz, warten auf die sonne und lesen in unseren buechern. leute, die sich wenige meter neben uns auf eine treppe setzen werden gebeten, sich anderswo zu setzen, weil sie vor einem schulplakat sitzen. wir sind froh haben wir zufaellig einen scheinbar tolerierten platz gewaehlt. so langsam fuellt sich der platz und gute plaetze werden rar. da kommt der aufseher auf die idee, dass auch wir uns umsetzen muessen, da wir vor tibetischen fahnen sitzen. also ab ins gewuehl. nach fast 2 stunden warten trifft der dalai lama in einem konvoi von fahrzeugen ein. dann beginnt der erste redner, natuerlich verstehen wir kein wort ihrer sprache. dann der zweite und der dritte. nach einer weiteren stunde ist es dalai lama selbst, der eine weitere nicht enden wollende rede haelt, von der wir kein wort verstehen. schoen vis a vis sitzt er auf der tribuene, auf die distanz ist aber trotz unter touristen herumgereichten fotoapparaten mit teleobjektiv nicht viel von ihm zu sehen. uns schmerzt alles vom harten sitzen am boden, die sonne brennt heiss auf uns nieder. waehrend der anschliessenden darbietungen von kindern muessen wir aufstehen und weg. wir besichtigen das dorf und lassen uns von einem schuljungen sein zimmer zeigen. in kleinen huetten sind drei zimmer mit kajuetenbetten fuer 12 kinder ausgestattet, ein esszimmer und ein badzimmer mit wc. per zufall schlendern wir an der kantine vorbei, es ist unterdessen mittag und sie tragen massenhaft speisen herein. wir koennen dort gegen geringes entgeld auch essen. die feier scheint unterdessen auch vorbei zu sein, es stroemen massenhaft leute herein. ich staune, dass der platz neben mir dreimal gewechselt wird, so schnell essen die tibeter. zurueck lassen wir uns von unserem gefuehl ueber schoene wege zurueck fuehren. unser hier in mcleod ganj taeglicher internetbesuch bringt uns heute die bestaetigung unserer heimreise. wir fahren am 6.dezember mit dem containerschiff "Champion" bis malta, eine reise die wir in angenehmer und zuverlaessiger art und weise bei http://www.frachtschiffreisen.ch/ einfach buchen koennen.




28.10.03

Mc Leod Ganj
beim fruehstuck auf der dachterasse erhalten wir besuch vom chef. kochen sei nicht erlaubt. schade, es war ein wichtiger teil des tages. wir lassen uns die laune nicht verderben, auch nachdem wir hinter der tuere eine lange liste von verhaltensregeln und verbote richtig durchlesen. es ist ein bisschen wie in der schweiz, was solls. nach dem buechertausch, und der abgabe der waesche in der loundry, die uebrigens wie in indien ueblich von hand gewaschen wird, gehen wir auf die post. die mastercard von urs ist seit 3 monaten abgelaufen. die neue ist laengstens bestellt, aber fuer die sendung fuhren wir jeweils zu schnell weiter und im iran waere sie sowieso unbrauchbar gewesen. in diesem ort werden wir sie endlich in empfang nehmen. im post office fallen uns fast die augen aus dem kopf. post restante briefe liegen auf einem tisch durcheinander vor dem schalter. hinter dem schalter haette es eine einfache alphabetische ablage, die aber nur einige briefe enthaelt. ein brief an urs ist nicht dabei. bei der nachfrage, wann die post jeweils eintrifft, stellen wir unter anderem fest, dass sie keine DHL post erhalten. wir sind sprachlos. nach einem aufwaendigen telefongespraech in die schweiz mit x verbindungen, erfaehrt urs schlussendlich durch ruth, dass die karte via bombay nach berlin unterwegs ist! via e-mail fragen wir die botschaft in indien an, ob sie bei einem weiteren versuch bereit sind, die karte in empfang zu nehmen. den weiteren tag verbringen wir mit lesen an der sonne und shoppen. wir kaufen kleine, typisch tibetische geschenke fuer die daheimgebliebenen und ich decke mich fuer die heimfahrt durch italien im januar, mit warmen socken, muetze und handschuhen ein, die hier von den tibetischen frauen ueberall "glismet" werden. urs und ich fragen uns wiederholt beim zickzack durch die gassen, wieso wir eigentlich hier sind. der ort ist wirklich nichts erfreuliches. die strassen sind eigentlich dreckwege, abfall, naechtliche toiletten, wasserloecher, die hauser lieblos zusammengepfercht, es gibt kein durchdachtes wasserversorgungs und entsorgungskonzept und trotzdem kommen jaehrlich tausende von touristen hierher. die tiere (hunde, kuehe), sind verbissen, verfloht, verschissen und halten sich ueberall auf. und trotzdem sind wir hier, und geniessen den hauch von westen, am abend in einem kleinen restaurant bei kerzenlicht, musik von cat stevens, feinstem essen, kaffee und brownie. wenn ich dann dringend auf's wc muss und keines ist da, dann wird es wieder ungemuetlich.


29.10.

McLeod Ganj da wir nicht meht im hotelareal unser zmorge zubereiten duerfen, was tatsaechlich auch in der hausordnung steht, packen wir unsere sachen und suchen einen sonnigen platz im waeldchen hinter dem guest-house. wir sind aber weder die einzigen noch die ersten, die diesen schoenen platz finden um die morgensonne zu geniessen, wir befindne uns mitten in einer affensippe von mindestens 50 affen, darunter viele kleine und babys. fuer unterhaltung ist gesorgt, wir muessen nur gelegentlich unser revier gegen sich selbst einladende aeffchen und affen verteidigen. anschliessend gibts ec/mc-karte fortsetzung. der botschafter in delhi sagt freundlicherweise zu, ihn als relaisstation zu brauchen. so kann ich die arme, liebe ruth, die fuer mich in bern alle solchen pueffer managed, beauftragen, via, weiss zum glueck nicht wieviele ecken als meine schwester, diese destinationsaenderung zu erwirken. zum zweiten mal im tibetischen zentrum besuchen wir den rest des tempels und das museum. die aktuelle ausstellung im museum zeigt die geschichte der besetzung des tibets durch china und die bis heute andauernden verletzungen der menschenrechte. folter von politischen gefangenen gehoert zum tibetischen alltag. unter die haut geht auch die systematische zerstoerung der tibetischen jahrtausende alten kultur durch china. von den tibetern wird als groesste bedrohung die ansiedelung von sovielen chinesen, dass die tibeter noch eine minderheit sind, betrachtet. betroffen und nachdenklich wie viel unrecht auf der welt geschieht von dem wir im taeglichen leben immer wieder wegschauen und welche alternativen wir allenfalls haben, gehen wir in ein kleines restaurant essen. die sonnenterasse mit wunderbarer aussicht auf die berge laedt ein. wir kriegen bald eine menukarte, ein papier und bleistift um die bestellung aufzuschreiben. ein system, welches hier fast ueberall praktiziert wird und mir noch so einleuchtet. dann passiert nichts mehr. auf der speisekarte steht zwar geschrieben, dass die zubereitung 20 minuten dauern wuerde, aber wir haben auch nach der doppelten zeit noch nichts. ausser denise fast einen sonnenstich, grossen hunger und dementsprechend tolle laune. dann kommt das essen doch. ein teller mit 5 momo, tibetanische teigtaschen drauf. beims servieren fragen sie, ob wir 2 und 3 stueck auf der bestellung oder menupunkt 2 und 3 je eine portion gewollt haetten. also machen sie das ganze nochmals, wieder ueber 30 minuten warten, die 5 momos haben kaum als appetitmacher gereicht. auch nach der 2. eher kleinen portion sind wir immer noch hungrig, ein drittes mal warten wollen wir aber absolut nicht mehr, also suchen wir die baeckerei in der naehe auf. abends besuchen wir einen kochkurs bei einem tibetischen moench. zusammen mit einer australierin kneten rollen und formen wir 2 stunden lang ... momos. das essen ist gemuetlich und wir schlendern zufrieden und satt ins hotel.


30.10.03
McLeod Ganj
kurz vor sieben laufen wir los. unser ziel ist eine tageswanderung nach "triund" einem aussichtspunkt am fusse der ersten berge des himalaya. nach 10 minuten begegnen wir unserer affenfamilie und entdecken ein kleines weisses. erst heute sehen wir, wie viele verletzt sind und fragen uns, wie das möglich ist. nach einer stunde erreichen wir den 2. "tea stall", der offen hat und trinken bereits an der wärmenden morgensonne tee. der wanderweg ist sehr gut begehbar, aber eine markierung kennt man hier nicht. beim naechsten tea-stall haben wir bereits einen wunderschoenen ausblick auf die kleinen doerfer und weiter hinunter ins tal. der himmel ist fuer einmal stahlklar und die luft frisch. wir beobachten riesige voegel im aufwind. nach gut 1000 hoehenmetern erreichen wir triund (ca. 2850 muem). noch auf dieser hoehe hat es drei teeanbieter. urs entschliesst sich noch den naechsten gipfel, 450 m hoeher, zu besteigen. man sieht gebetsfahnen und ein kleiner hindutempel. ich lege mich in die sonne und werde von 5 grossen hunden umringt. sie folgen den wanderern aus den doerfern. nach dem gemeinsamen mittagessen machen wir uns auf den rueckweg. im tea-stall fragen wir nach dem weg. beim richtungswechsel, der uns angekuendigt wurde, ist urs unsicher, wir bleiben auf mein insistieren aber auf dem weg und erreichen einen weiteren hindu-pilgerplatz. die anschliessenden 90 minuten befinden wir uns auf dem "affen-trail". wir verlieren einen gangbaren weg und quaelen uns durch das dickicht, halten uns an aesten und baumen im steilsten gelaende, entlang einer schlucht. langsam fangen meine beine an zu zittern. ich denke immer wieder, zum glueck haben wir beide klettererfahrung, es waere mir auesserst peinlich, wenn man uns hier herausfliegen muesste, wie zwei green-hoerner. urs gibt sich gelassen und beobachtet bei jeder lichtung die gleitschirme, die am himmel auftauchen. endlich finden wir auf einen schaeferweg. ich entspanne mich langsam und wir teilen gegenseitig, unsere groessten aengste mit. urs hatte angst vor baeren (wir sahen wahrscheinlich einen baerenkot) oder schlangen, und ich angst davor, dass ich wieder den weg zurueck gehen muss oder eine verletzung durch einen misstritt oder absturz. so sind die menschen verschieden!
im dorf kaufen wir ein bier und stossen auf unser ueberleben an. wir essen im guest-house und ich staune einmal mehr, wie unterschiedlich die mentalitaeten sind. nachdem ich bei der bestellung alle meine wuensche mehrmals angegeben habe, kam alles anders. ich bin ganz fest ueberzeugt, es liegt nicht nur an der sprache.

Geier  


31.10.
McLeod Ganj
unser letzter tag in mcleod ganj. so ganz gluecklich waren wir nie mit diesem ort, zuviele ungereimtheiten mit dieser menge touristen und der infrastruktur, es iust der richtige zeitpunkt um weiter zu reisen. dafuer haben wir seit pakistan wieder fast 5 kg waren angehaeuft, die wir heimschicken wollen. und natuerlich auch wieder unser post, bilder und tagebuch im internet. nach dem affenfruehstueck im waeldchen, wir glauben einzelne affen schon zu kennen. machen wir unsere erledigungen. die post in indien arbeitet transparenter, wir finden so etwas wie ein "how to do" im lonely planet und es klappt problemlos wie beschrieben. und dannn ist es schwupp! schon wieder nachmittag. also abschliessendes essen bei unserem lieblingskaffe, feine tibetische suppe, kurz lesen und entspannen im hotel und bereits in dunkelheit letzter internetbesuch und abschliessendes pizza essen.